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Wann haftet die Bank bei Phishing und Kontobetrug?

"Da können wir nichts machen, Sie haben die Daten ja selbst eingegeben." Diesen Satz hören Betrugsopfer von ihrer Bank fast immer. Die Rechtslage ist aber deutlich verbraucherfreundlicher, als Banken es darstellen.

Der Grundsatz: Ohne Ihre Autorisierung muss die Bank erstatten

Das Gesetz (§ 675u BGB) ist eindeutig: Führt die Bank eine Zahlung aus, die Sie nicht autorisiert haben, muss sie den Betrag grundsätzlich unverzüglich erstatten. Eine Überweisung, die Betrüger mit abgefischten Daten auslösen, ist keine autorisierte Zahlung, auch wenn technisch Ihre Zugangsdaten verwendet wurden.

Die Ausnahme, hinter der sich Banken verstecken

Die Bank kann die Erstattung nur verweigern, wenn Sie grob fahrlässig gehandelt haben, zum Beispiel indem Sie TANs an offensichtliche Betrüger weitergegeben haben. Der entscheidende Punkt: Was "grob fahrlässig" ist, hängt vom Einzelfall ab, und moderne Phishing-Angriffe sind so professionell, dass Gerichte den Opfern häufig gerade keine grobe Fahrlässigkeit vorwerfen.

Wer auf so eine Masche hereinfällt, ist nicht automatisch grob fahrlässig. Genau darüber wird juristisch gestritten, und hier entscheidet sich, ob Sie Ihr Geld zurückbekommen.

Wichtig: Die Beweislast liegt bei der Bank

Nicht Sie müssen beweisen, dass Sie vorsichtig waren. Die Bank muss nachweisen, dass die Zahlung autorisiert war oder dass Sie grob fahrlässig gehandelt haben. Viele Ablehnungsschreiben halten einer juristischen Prüfung nicht stand.

Typische Bank-Argumente, die oft nicht ziehen

Fristen beachten: Melden Sie nicht autorisierte Zahlungen so schnell wie möglich. Spätestens 13 Monate nach der Belastung erlöschen Ihre Ansprüche, je früher Sie handeln, desto besser Ihre Position.

Was Betroffene jetzt tun sollten

Lassen Sie die Ablehnung Ihrer Bank nicht einfach stehen. Eine auf Bankrecht spezialisierte Kanzlei erkennt schnell, ob Ihr Fall Aussicht auf Erstattung hat. Die Ersteinschätzung über Betrugswarner ist kostenlos, und die Kosten einer Beauftragung übernimmt bei guten Erfolgsaussichten oft die Rechtsschutzversicherung. Die Sofortmaßnahmen direkt nach dem Betrug finden Sie hier: Phishing: Was tun?

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Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Die rechtliche Prüfung Ihres Einzelfalls übernimmt eine unabhängige Partner-Kanzlei.